Spiel und Spaß beim Spanking

Der aus dem Englischen übernommene Begriff „Spanking“ („to spank“ = verhauen) bezeichnet das Schlagen einer Person mit der flachen Hand oder einem Gegenstand.
Im BDSM-Kontext gilt dabei wie immer der Grundsatz: safe, sane and consensual (SSC):
Alles was passiert muss in gegenseitigem Einverständnis, mit gesundem Menschenverstand und unter Beachtung der körperlichen und psychischen Sicherheit praktiziert werden.

Im Folgenden werden die üblichen Begriffe Spanker (die Person die das Spanking ausführt) und Spankee (die Person die das Spanking erhält) verwendet. Sie stehen hier stellvertretend für Personen jeglichen Geschlechts, die ein Spanking geben oder empfangen.

In der Regel sind das Ziel der Schläge die Pobacken, aber auch andere Körperteile können gespanked werden, wie beispielsweise Oberschenkel, Handflächen, Fußsohlen, Oberarme etc.

Die Dauer und Intensität eines Spankings kann sehr unterschiedlich sein. Sie reicht von ein paar spielerischen Klapsen bis hin zu einer ausführlichen Session, die 1 – 2 Stunden oder länger dauern kann. Ein Spanking kann außerdem mit anderen BDSM-Elementen (z.B. Fesseln/Bondage, verbale Dominanz, Erniedrigung usw.) kombiniert werden.

Durch die Schläge kommt es zu einer temporären Rötung der Haut. Je nach Intensität können außerdem Striemen, Schwellungen oder Hämatome entstehen, die einige Tage oder Wochen sichtbar sein können. Vorsicht ist geboten wenn (absichtlich oder versehentlich) die Haut aufplatzt und eine Wunde entsteht. Hier besteht Infektionsgefahr. Es ist wichtig, vor allem wenn man mit mehreren Personen spielt, darauf zu achten, dass die Toys ausreichend gereinigt und desinfiziert werden.

Ein wichtiger Aspekt beim Spanking ist das sogenannte „Aufwärmen“. Dabei wird zu Beginn einer Session durch sanftere Schläge oder auch durch das Massieren oder Kneten der Pobacken der Körper auf die folgende Einwirkung vorbereitet.
Dadurch wird das Gewebe stärker durchblutet und die Haut wird elastischer, was das Risiko für Verletzungen senkt. Außerdem schüttet der Körper nach einer Weile Endorphine („Glückshormone“) aus, die die Lust steigern und ein „schönes Gefühl“ verursachen. Außerdem schüttet der Körper Adrenalin aus, was das subjektive Schmerzempfinden senkt.
Zusätzlich wird durch Überreizung eine temporäre Betäubung der Nerven herbeigeführt. Dadurch werden dann auch etwas härtere Schläge besser ausgehalten und können zu einem lustvollen Erlebnis werden.
Zum Aufwärmen eignen sich am besten die Hand oder ein weicher Flogger sowie großflächige Instrumente wie Paddles. Grundsätzlich kann aber mit jedem Instrument aufgewärmt werden, wenn man dabei behutsam vorgeht.
Es ist zu beachten, dass jeder Körper anders ist und anders reagiert. Manche Menschen bekommen schneller blaue Flecken oder Schwellungen die einige Tage anhalten können. Je nachdem ob dies gewollt ist oder nicht, kann man das Aufwärmen entsprechend ausdehnen oder abkürzen.
Ausführliche Informationen zum Aufwärmen findest du unter…

Auch die Schmerztoleranz ist von Mensch zu Mensch verschieden und außerdem abhängig von: Tagesform, psychische Verfassung, körperliche Gesundheit, ob man gut geschlafen und ausreichend gegessen und getrunken hat, Monatszyklus usw.
Außerdem unterscheiden sich die Präferenzen, welche Art von Schmerz bevorzugt wird von Mensch zu Mensch. Die zwei großen Kategorien sind dumpfer Schmerz und spitzer Schmerz, aber es gibt auch starke Vorlieben oder Abneigungen für bestimmte Toys.
Generell ist es wichtig, sich mit Partner*innen abzusprechen und auszutauschen, um auf deren individuelle Bedürfnisse und Grenzen Rücksicht nehmen zu können.

Beim Spanking gibt es, wie bei allen BDSM-Praktiken, auch wenn man aufpasst, ein gewisses Risiko für mögliche Verletzungen. Allerdings ist es relativ ungefährlich den Hintern zu spanken, da dieser Bereich „gut gepolstert“ ist. Auf den inneren und äußeren Oberschenkeln, auf den Oberarmen oder den Waden ist das subjektive Schmerzempfinden in der Regel stärker. Hier sollte mit etwas weniger Kraft geschlagen werden als auf die Pobacken.
Auf keinen Fall darf auf Bereiche geschlagen werden, unter denen sich wichtige Organe, Nervenbahnen oder Knochen befinden wie z.B. Kopf und Gesicht, Wirbelsäule, Schlüsselbein, Schienbein, Hüftknochen, Steißbein, Bauchbereich, Lenden (Nieren), Achseln, Hals oder Gelenke.
Schläge auf die Brust oder den Genital- oder Analbereich sind umstritten. Es ist meiner Ansicht nach empfehlenswert, auf diese Körperregionen wenn dann nur sanft zu schlagen. Es ist sinnvoll sich über mögliche Risiken weitreichend zu informieren.
Wenn es gewollt ist sind sanfte „Ohrfeigen“ in Ordnung. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass dies als sehr erniedrigend empfunden werden kann und auch die Verletzungsgefahr ist hoch, da Augen und Ohren in der Nähe sind.
Das Auspeitschen des Rückens gehört auch in den Bereich Flagellation (Schlag-Spiele), ist aber nicht zum Spanking zu zählen, sondern eher eine eigene Kategorie.

Es gibt unterschiedliche Arten von Spankings. Es seien hier einige Beispiele genannt:

Sinnlich: Bei einem sinnlichen Spanking steht das körperliche und psychische Empfinden im Vordergrund. Der Spankee genießt die Reaktionen seines Körpers auf die äußerliche Einwirkung. Dies kann mit sexueller Erregung einhergehen, es ist aber nicht zwingend der Fall.

Erotisch: Bei einem erotischen Spanking erlebt der Spankee durch die Schläge einen sexuellen Lustgewinn. Es kann auch durch Spanking zum Orgasmus kommen. Das erotische Spanking kann als „reine“ Schlag-session durchgeführt werden oder im Rahmen von sexueller Interaktion (z.B. Geschlechtsverkehr, Oral-Sex, manuelle Befriedigung usw.) stattfinden z.B. als Vorspiel, oder Zwischenspiel.

disziplinarische Maßnahme/Bestrafung: Spanking kann auch als Strafe verwendet werden um z.B. unerwünschtes Verhalten des Spankees zu korrigieren. Das ist unter anderem in einem D/s (Dominanz und Unterwerfung) Verhältnis üblich.

spielerische „Strafe“ („Funishment“): Ein Spanking, das wie eine Strafe aussieht, aber mit einem Augenzwinkern durchgeführt wird, ist unter dem Begriff Funishment (fun punishment) geläufig.

– Im Rahmen von Rollenspielen: Spanking ist auch häufig Bestandteil von Rollenspielen, wobei die beteiligten Personen in verschiedene Rollen schlüpfen. Dabei werden häufig Machtverhältnisse nachgespielt, bei der eine Person Autorität über eine andere Person hat. Grundsätzlich sind aber auch zahllose andere Rollenverteilungen und Szenarien denkbar. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt, solange alle Beteiligten volljährig sind und ihre informierte Einwilligung (informed consent) geben.

Entspannung / Stressabbau: Einige Menschen benutzen Spanking Sessions um sich zu entspannen bzw. angestauten Stress loszuwerden. Viele erleben dabei, dass sie „den Kopf abschalten“ und sich auf ihren Körper konzentrieren können. Durch die rhythmischen Schläge kann eine Art Trancezustand erreicht werden.

Zum Spanking kann der Spankee in unterschiedlichen Stellungen positioniert werden. Diese dienen dem Zweck den Hintern gut zugänglich zu machen, sodass der Spanker gut ausholen und zielen kann und das Ergebnis der Schläge sichtbar ist. Verschiedene Positionen können außerdem die Bewegungsfähigkeit des Spankees einschränken und/oder zu einem Gefühl der Erniedrigung beitragen. Für längere Sessions ist es ratsam, dass der Spankee eine bequeme Position einnimmt, sodass sein Körper länger in der Stellung verweilen und mehr Schmerz aushalten kann.

Für kurze Schlagwerkzeuge eignet sich besonders das „übers Knie legen“, wobei der Spankee quer über dem Schoß des Spankers liegt. Diese Position wird von vielen Menschen als sehr intim erlebt, da man Körperkontakt während des Spanking hat. Außerdem kann das Element der Erniedrigung bei dieser Position für manche reizvoll sein. Varianten dieser Stellung sind z.B. die „over one knee“ Position, bei der der Spankee über nur einem Knie des Spankers liegt. Oder aber der Spanker stellt ein Bein auf einer erhöhten Fläche ab, sodass der Spankee mit den Füßen „in der Luft baumelt“.

Der Spankee kann auch über einen Gegenstand gebeugt sein. Dazu eignen sich z.B. Bett- und Sofakanten oder spezielle BDSM Möbel. Gelenkige Menschen können auch einfach nach vorne gebeugt stehen und die Hände auf den Schienbeinen oder dem Boden abstützen. Diese Position ist gut geeignet für Schläge mit längeren Instrumenten, bei denen man mehr Platz zum Ausholen braucht, wie Rohrstock oder Peitsche.
Beim Stehen kann der Spankee außerdem gegen eine Wand gelehnt sein, oder an einen Bondage-Haken in der Decke gefesselt sein.

Auch auf dem Bauch liegend kann der Spankee das Spanking erhalten. Diese Stellung ist geeignet für Einsteiger oder längere Sessions, da hier die Muskeln des Spankees entspannt sind und so der Schmerz besser angenommen werden kann.

Der Spankee kann außerdem auf dem Rücken liegen und die Beine nach oben strecken. Dadurch ist die Haut des Hinterns und der hinteren Oberschenkel gespannt und dadurch empfindlicher. Außerdem wird von vielen diese Stellung als reizvoll demütigend erlebt, durch das Gefühl der Hilflosigkeit und Auslieferung durch die Unfähigkeit zu fliehen und den entblößten Intimbereich.

Außerdem kann der Spankee auf Händen und Knien („Hündchenstellung“) gespanked werden. Hierbei kann der Rücken gerade sein oder der Spankee macht ein Hohlkreuz und streckt den Hintern stärker heraus.

Es gibt auch hier so viele Möglichkeiten. Probiert euch durch, aber denkt ans SSC, immer schön langsam und informiert euch über mögliche Risiken. Steigern könnt ihr euch immer noch. Wenn ihr jedoch sofort in die Vollen geht, die Haut aufgeplatzt ist und Sub kein Bock mehr hat, war das wahrscheinlich die erste und letzte Spanking-Session.

 


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